Naturnahe Nieme
Der Quellbereich



Was hat sich getan seit Projektbeginn? Hier die interessantesten Teilerfolge in der Quellregion der Nieme:
Der Quellbach Wesperke


Wegseitengraben stilllegen.
1998
Der Bachlauf Wesperke verläuft hier noch als Wegseitengraben.
Das Wasser ist angereichert mit Feinsedimenten der umliegenden Äcker, mit Düngeresten und Herbiziden. Unerwünscht für einen naturbelassenen Bachlauf und dessen Tierwelt.
Eine staudenreiche Nasswiese entsteht.
1998
Abhilfe: Der Wegseitengraben wird verschlossen. Ein Stichgraben wird angelegt.
Das Wasser läuft nun nach rechts über die Wiesenfläche im Hintergrund.
Rohboden - eine Chance.
1999
Blickrichtung zurück zum Stichgraben: Gut erkennbar werden hier die Feinsedimente abgelagert.
Das nährstoffreiche Wasser wird in der Fläche gefiltert.
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2. Der Quellbach Valenke


Der Quellbach Valenke war auf 70 m verrohrt. Nach dem Flächenankauf wurde ein neues Bachbett modelliert.

1998
Der Bagger sorgt für die grobe Richtung.
Bereits ein Jahr nach der Neuanlage hat sich ein naturbelassenes Bachbett mit Binsen und Sumpfdotterblume ausgebildet.

1999
Die Natur hat die Bachgestaltung übernommen.
Die angrenzenden Wiesen bilden Rückhalteflächen für hohe Niederschlagsmengen und vermeiden (mit weiteren Flächen) Überschwemmungen in Varlosen.
Der Bach baut sich sein Bett aus.
Nach einer wegbegleitenden Heckenpflanzungen auf 100 m wird sich erstmal gestärkt. Diese Wiese wurde 1999 für das Niemeprojekt erworben.
Inzwischen (2005) stehen hier bachbegleitende Flächen mit einer Gesamtlänge von knapp 1000 m zur Verfügung, alle von Hecken gesäumt.

In ein paar Jahren ist der Schutzzaun überflüssig.


Hecken und Wegränder erfüllen eine wertvolle ökologische Funktion:
Sie dienen den vielen Tierarten bei Störung u. a.
durch Feldbestellung als Rückzugsräume (Heuschrecken, Kleinsäuger. Die Hecke bietet zugleich
Deckung vor Beutegreifern
(Wachtel, Rebhuhn).
Reptilien, Säugetiere, Spinnen und Vögeln nutzen sie als Wohn- und Nistplatz.

Gehölz und Stauden bieten ein reichliches Nahrungsangebot für die Heckenbewohner.


Frühjahr 2002


Auf 12 m Länge wurden die Bachufer abgeflacht und das Bachbett verbreitert. Der Bodenaushub wurde abgefahren.
Die Anbindung zur Aue wird verbessert.
Ziele:

Das Fassungsvermögen des Bachbettes erhöhen (Hochwasser minimieren)


Rückhalt der Sedimentfrachten.

Frühsommer 2003
Im Hintergrund die gefährdete Ortslage.
Im seichten strömungsarmen Bereich sinken mitgeführte Bodenteilchen ab. Auf dem Rohboden kommt es zu Spontanbesiedlung von Binsen, Seggen, Bachbunge usw die den Boden festhalten.

Langfristig wird so das Bachbett angehoben und ermöglicht eine bessere Vernässung des Auebereiches.
Die Pflanzenbesiedlung beginnt.
Die Vergrößerung zeigt unverschlämmtes Feinkies-substrat, die eine Laichablage ermöglicht.

Köcherfliegenlarven stellten sich als erste ein.
Wertvolles Sand-Lückensystem entsteht.

Das Teilprojekt "Quellbach Valenke" ist abgeschlossen. Mit Geldern von Bingo-Lotto, dem Landkreis Göttingen,der Samtgemeinde Dransfeld, dem NATURPARK MÜNDEN und dem NABU wurden in 4 Jahren 2,2148 ha Land mit über 1000 m Bachlauflänge erworben. Eine ca. 70 m lange Bachverrohrung wurde aufgehoben, die Bachsohle in diesem Bereich angehoben.
(s. Winkelgrundstück, unten). Für einige Jahre muß der Übergangsbereich zwischen alter und neuer Bachsohle beobachtet werden um ggf. sohlesichernd einzugreifen.

Im Uferbereich illegal abgelagerter Bauschutt wurde abgetragen und entsorgt.

Versuchsweise wurde auf ca 12 m die Bachsohle verbreitert und der Uferbereich abgeflacht. Hier rechne ich mit Auflandungen und leichter Mäanderbildung. Diese Entwicklung wird ebenfalls beobachtet und ggf. punktuell unterstützt.


Die Grünflächen werden extensiv mit Gallowayrindern gepflegt.
Über 500 m Heckenstreifen sind neu angelegt worden.
Der Raubwürger fühlt sich wieder zuhause...

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Die Renaturierungsmaßnahmen führten dazu, dass Hochwasser - in Varlosen fast regelmäßig - punktuell minimiert werden konnten.


Durch Umsetzung weiterer Lösungsmöglichkeiten und gezielte Maßnahmen wird dieser Anblick bald der Vergangenheit angehören.

(Archivbild 1998)
Naturschutz ist Menschenschutz


3. Der Quellbach Vöhre
Ellershäuser Nieme


Ein Bachabschnitt der Vöhre (Hintergrund) wurde aus der Auesohle herausgehoben und auf den höher gelegenen Randbereich der Aue umgeleitet. Nach bekanntem Muster wurde der Bach begradigt. Kleine Treppen und ein großer Querverbau mit einem Höhenunterschied von 1,50 m wurde errichtet, um das Wasser nicht zu schnell fließen zu lassen. Durch die hohe Sohlschwelle ist der Bach ökologisch nicht mehr durchgängig.

In der tauenden Schneedecke wird der anzulegende (alte) Bachlauf gut sichtbar.
Projektziel: Teil - Rückverlegung des Quellbaches als Wiesenauebach in die Senke. Umliegende Flächen sollten als Feucht- und Rückhalteflächen reaktiviert und ein Auewald gepflanzt werden.

Die schwarz hervorgehobenen Höhenlinien verdeutlichen den Verlauf der tatsächlichen Talsohle.

Blau-gestrichelt ist der mögliche Verlauf eines naturnahen Wiesenauebaches dargestellt.

Blickrichtung Bach aufwärts:

Nach starkem Regenfall wird sichtbar, wo der Bach über die Wiese fließen möchte.

Deutlich sichtbar, dass der Bereich der Bäume (mitte, rechts) höher liegt.
Dorthin wurde der Bach verlegt und verläuft begradigt am Rande seiner Aue - ohne Möglichkeit, sich natürlich zu entwickeln.

Der "Wiesenbach" läuft beim Busch, rechts wieder in den begradigten Bach.

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4. Die Nieme


Projektbeginn 1992
Die Nieme verläuft ca 2,20m tief eingegraben ohne Gehölzstreifen.
Der ehemalige Auebereich wird bis an das unmittelbare Ufer ackerbaulich genutzt.

(Der Bachlauf ist im Bild durch die Pfeile gekennzeichnet.)
Diese Fläche wurde nach Erwerb sukzessiv in eine Feuchtwiese umgewandelt. Heckenpflanzungen folgten.

Lange hält das Eis der Frühlingssonne nicht mehr stand...
Der Unterhaltungsverband duldet nun einen durchgehenden Gehölzstreifen. Dadurch werden Biotopinseln (alte, vereinzelte Gehölzgruppen) wieder miteinander verbunden.

Durch Ankauf und Bepflanzung von Uferrandstreifen gleich nach der Ortschaft bis zum Restauewald sind nun Biotopinseln miteinander verbunden worden. Auf eine Länge von nun fast einem Kilometer kann sich die Nieme, hier bereits Gewässer II. Ordnung, eigendynamisch entfalten.

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